Über die Tuaregs

Das Wort Tuareg ist arabisch. Es ist der Plural von Targia für die Frau und Targi für den Mann „Bewohner der Targa“ (Targa war der alte Ortsname einer Oase die in der Südwestsahara zwischen Marokko und Algerien liegt.)

Man kann nicht alle Tuaregs als Nomaden bezeichnen, da einige von ihnen in der Zwischenzeit auch sesshaft sind. Die Tuareg gehören zu den bekanntesten Wüstenvölkern der Erde, doch sie selber bezeichnen sich einfach als "freie Menschen". Sie können jederzeit ihre Zelte abbrechen um zu gehen wohin sie wollen. Nichts kann sie aufhalten, noch nicht einmal die menschenfeindliche Sahara.

Die Gesamtzahl der Tuaregs wird auf ca. 2 Mio. Menschen geschätzt, die verteilt über Marokko, Mauretanien, Algerien, Libyen, Mali, Niger und Timbuktu leben. Sie sind bekannt als ein Volk, welches offen und positiv ist zu Menschen aus anderen Kulturen. Für sie sind alle Mensch gleich, egal woher sie kommen. Aus diesem Grund sagt man, dass die Tuaregs ein stolzes Volk sind.
Die Tuareg benutzen Turbane schon seit langen Zeiten, um den Sand aus ihrem Gesicht fernzuhalten. Es gibt auch andere Nutzungen: In Marokko versteckten Männer ihr Geld in den Falten des Turbans.
Bei den Tuareg wird ein Teil des ca. 5 Meter langen Turbans (Tagelmust) um das Gesicht gewickelt. Er soll sie vor den Wüsten-Geistern und dem "bösen Blick" schützen. Dies dient dazu, den Kopf vor der Sonne zu schützen und den Sand aus Augen, Nase und Mund zu halten. Ausserdem trocknet so der Mund weniger aus und man fühlt sich weniger durstig. Daher werden die Tuareg auch "mulethemin", die Verschleierten, genannt.

Die Turbane sind je nach Stamm blau, weiss oder schwarz. Die blauen werden vor allem von den adeligen Tuareg getragen und sind mit Indigo gefärbt. Das Indigo färbt sich auf die Haut des Trägers ab, weshalb die Tuareg auch die "blauen Leute der Sahara" genannt werden.
Die Frauen haben in den Zelten oder in dem Haus das Sagen und tragen nur manchmal einen Schleier. In diesem Punkt unterscheidet sich das Wüstenvolk stark von seinen arabischen Nachbarn, denn dort müssen sich die Frauen den Männern unterordnen. Trotzdem ist die Mehrheit der Tuareg muslimischen Glaubens.

Tuareg sind sehr gastfreundlich. Die Tee-Zeremonie ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Kultur. Ein Gast, der neu zu ihnen stösst, bekommt drei Gläser Tee gereicht. Das erste schmeckt schön wie das Leben, das zweite süss wie die Liebe und das dritte sanft wie die Zärtlichkeit. Hat der Gast alle drei Gläser getrunken, so steht er unter dem Schutz der Tuareg.

Zwar gehören die Tuaregs der muslimischen Gemeinschaft an, doch sind sie immer noch sehr stark in ihrer eigenen Kultur und Tradition verwurzelt. Im Gegensatz zu anderen muslimischen Gemeinschaften besitzt die Targia (Name für die Tuaregfrau) keineswegs weniger Rechte, ist auch nicht verschleiert und muss bei der Heirat auch nicht mehr "Jungfrau" sein. Sie darf schon früh einen Freund haben und sie darf in der Regel auch selber bestimmen, wen und wann sie heiratet.

Die Tuaregs haben in der Regel nur eine Frau. Scheidungen sind ebenfalls nichts Besonderes und können auch von der Frau ausgesprochen werden. Beide Partner haben dann das Recht eine neue Verbindung einzugehen. Die Targia ist Besitzerin des Zeltes sowie von allem, was sich darin an Einrichtungsgegenständen befindet. Auch in der Erziehung der Kinder und der Weitergabe der Tuareg Kultur kommt ihre grosse Bedeutung zu. Die Männer widmen sich der Viehzucht und dem Karawanenhandel und sind oft monatelang von ihren Familien getrennt. Wenn man die Sahara durchquert ist es nicht ungewöhnlich von einer Targia in ihr Zelt eingeladen zu werden. Sie benötigt dazu keine Erlaubnis ihres Ehemannes, weil für die Tuaregs die Gastfreundschaft heilig und älter als der Koran ist.


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